Johann Ebner

Schweißer. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1898    † 1943

 

Lebenslauf

Johann Ebner wurde am 3.8.1898 in Traisen (Niederösterreich) geboren. Er arbeitete als Schweißer. Von 1923 - 1928 war er Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich.

KPÖ, internationale Leninschule

1930 schloß sich Johann Ebner der KPÖ an. Von 1932 - 1934 war er in der internationalen Leninschule in Moskau, und war als Holzarbeiter tätig. Im August  1939 war er im Reichsbahnausbesserungswerk St. Pölten beschäftigt.

Politischer Leiter und Landesleiter der KPÖ St. Pölten, Verbreitung von Flugschriften

Ab Anfang 1940 war er politischer Leiter der KPÖ St. Pölten, später Landesleiter. Er stellte Agitationsmaterialien her, u. a. »Weg und Ziel« (Nr. 1-6), verbreitete Flugschriften, die sich mit dem imperialistischen Krieg auseinandersetzten und forderte, Lenin zitierend, auf, diesen imperialistischen Krieg in einen Bürgerkrieg und in eine Revolution umzuwandeln.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 12. 1. 1941 wurde Johann Ebner verhaftet und am 10. 6. 1942 gemeinsam mit Franz Schmaldienst, August Steindl, Franz Pötsch, Anton Großauer, Alfred Stein, Karl Mraz und Josef Matischek (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 26.2.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Noch im Februar 1940 wurde Ebner durch Stein auf dem Hauptbahnhof in St. Pölten zu Schmaldienst bestellt. Schmaldienst erwartete dort in Begleitung des Angeklagten August Steindl den Verbindungsmann aus Wien, der – es war dies Fritzsche – alsbald eintraf. (…) Die in dem vorhergehenden Unterabschnitt angeführte Besprechung mit Fritzsche war grundlegend für den Aufbau der Organisation der kommunistischen Partei in St. Pölten und Umgebung und im Traisental. Die Organisation griff später auf Krems und Umgebung sowie in das Ybbstal über, aus ihrer Leitung wurde schließlich die Landesleitung St. Pölten, an deren Spitze Ebner stand.“

Benennung einer Verkehrsfläche nach Johann Ebner

Eine Verkehrsfläche in Traisen ist nach ihm benannt (Ebnerstraße).

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Grab am Friedhof Traisen

Am 8. 1. 1946 exhumiert nach Friedhof Traisen (A-3-45).

Quellen und Bildnachweise

  • Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bühnenbild Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit. Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien, 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“ Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation. Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag. 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


Porträt teilen